ET-Chat gekauft oder gemietet - Wissenswertes über dessen Lizenzbedingungen

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Veröffentlicht am vor 15 Stunden
Der originale ET‑Chat steht unter der Creative Commons Public License „Namensnennung – Nicht‑kommerziell 2.0“ (CC BY‑NC 2.0).

Was bedeutet das konkret?
1. Die Lizenz ist eindeutig nicht‑kommerziell
Die CC BY‑NC 2.0 erlaubt:
  • Nutzung
  • Veränderung
  • Weitergabe
…aber ausschließlich für nicht‑kommerzielle Zwecke.

2. Jede Nutzung zu kommerziellen Zwecken ist verboten
Das umfasst:
  • Verkauf des Originalcodes
  • Verkauf modifizierter Versionen
  • Verkauf von Erweiterungen, die auf dem Original basieren
  • Verkauf von „All‑In“-Versionen, die ET‑Chat enthalten
  • Verkauf von Modulen, die ET‑Chat‑Funktionen nutzen

3. ET‑Chat hat keine API oder modulare Architektur
Da ET‑Chat laut Dokumentation und Codebasis keine offizielle Erweiterungsschnittstelle besitzt, sind alle Module technisch gezwungen:
  • internen Code zu verwenden
  • interne Funktionen aufzurufen
  • interne Klassen zu erweitern
Damit sind sie automatisch derivative works.

4. Derivative works übernehmen IMMER die Lizenz des Originals
Das bedeutet:
Alle Erweiterungen, die auf ET‑Chat basieren, stehen ebenfalls unter CC BY‑NC 2.0 und dürfen daher nicht kommerziell vertrieben werden.

Fazit
Der originale ET‑Chat ist nicht‑kommerziell lizenziert.
Alle Erweiterungen, die auf dem Originalcode aufbauen, sind rechtlich an diese Lizenz gebunden und dürfen nicht verkauft werden.

Da es immer mehr Anbieter gibt, die den Et-Chat (in der Regel in modifizierter Form) vermieten oder verkaufen, eine weitere Klarstellung:

1. Dürfen derivative works kostenpflichtig vermietet werden?
Nein.
Unter der Creative‑Commons‑Lizenz CC BY‑NC 2.0 ist jede Form kommerzieller Nutzung verboten.

Das umfasst ausdrücklich:
  • Verkauf
  • Vermietung
  • Leasing
  • Lizenzierung gegen Entgelt
  • Abonnements
  • Paywall‑Zugang
  • „Premium‑Versionen“
  • Hosting gegen Bezahlung, wenn der Wert im lizenzierten Werk liegt

Die CC‑Lizenz definiert „kommerziell“ sehr breit:
Kommerziell ist jede Nutzung, die primär auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine geldwerte Vergütung abzielt.

Damit ist klar:
➡️ Auch das Vermieten oder Bereitstellen gegen Entgelt ist kommerzielle Nutzung und daher verboten.
Es spielt keine Rolle, ob:
  • der Code verkauft wird
  • der Zugang verkauft wird
  • der Dienst verkauft wird
  • das Produkt „nur gemietet“ wird
Sobald Geld fließt → Verstoß gegen die Lizenz.

2. Fallen erstellte Erweiterungen unter eigenes Urheberrecht?
Ja – aber nur der Teil, den der Entwickler selbst geschaffen hat.
Das Urheberrecht entsteht automatisch an jedem selbst geschriebenen Code.

ABER:
➡️ Das eigene Urheberrecht ändert nichts an der Lizenzbindung.
➡️ Der Entwickler darf sein Werk nicht unter eine Lizenz stellen, die mit CC BY‑NC 2.0 unvereinbar ist.
Das bedeutet:
  • Der Entwickler besitzt zwar Urheberrechte an seinem eigenen Code
  • Aber er darf diesen Code nicht kommerziell verwerten, wenn er technisch vom ET‑Chat abhängt
  • Und er darf ihn nicht unter eine kommerzielle Lizenz stellen, wenn er ET‑Chat‑Code nutzt oder voraussetzt
Warum?
Weil:
Sobald ein Werk technisch oder funktional vom Original abhängig ist, ist es ein derivative work.
Und derivative works müssen die Lizenz des Originals übernehmen.

3. Was bedeutet das in der Praxis?
A. Erweiterungen, die ET‑Chat‑Code nutzen → derivative works → NICHT kommerziell nutzbar
Beispiele:
  • Module, die interne Funktionen aufrufen
  • Erweiterungen, die Originaldateien einbinden
  • PHP‑8‑Fixes
  • neue Features, die in den Chat integriert werden
  • Themes, die Original‑Templates erweitern
  • alles, was ohne ET‑Chat nicht lauffähig wäre
Diese Werke:
  • stehen automatisch unter CC BY‑NC 2.0
  • dürfen nicht verkauft werden
  • dürfen nicht vermietet werden
  • dürfen nicht als „Premium‑Addons“ angeboten werden
  • dürfen nicht als SaaS‑Dienst gegen Geld bereitgestellt werden

B. Erweiterungen, die komplett unabhängig sind → eigenes Urheberrecht → kommerziell möglich
Das wäre nur erlaubt, wenn:
  • kein ET‑Chat‑Code enthalten ist
  • keine ET‑Chat‑Funktionen genutzt werden
  • keine ET‑Chat‑Strukturen vorausgesetzt werden
  • das Werk auch ohne ET‑Chat lauffähig wäre
Da ET‑Chat keine API besitzt, ist echte Unabhängigkeit praktisch ausgeschlossen.

4. Fazit
➡️ Derivative works dürfen NICHT verkauft, vermietet oder kommerziell genutzt werden.
➡️ Eigene Erweiterungen fallen zwar unter eigenes Urheberrecht, bleiben aber lizenzgebunden, wenn sie ET‑Chat‑Code nutzen.
➡️ Die CC BY‑NC 2.0 verbietet jede Form der Monetarisierung, auch indirekt.
Damit ist jeder Versuch, ET‑Chat‑basierte Module, Fixes oder Erweiterungen zu verkaufen oder zu vermieten, klar lizenzwidrig.

Kommen wir zu den Anbietern, die den ET-Chat ganz oder teilweise verschlüsseln, um z.B. eine "Lizenzprüfung/Freischaltung" umzusetzen:
1. Darf ET‑Chat‑basierter Code verschlüsselt werden?
➡️ Nein. Das ist nicht erlaubt.
Der Grund ist einfach und eindeutig:
Die CC BY‑NC 2.0 verlangt zwingend, dass abgeleitete Werke frei zugänglich, lesbar und überprüfbar bleiben.
Eine Verschlüsselung (IonCube, ZendGuard, Obfuscation usw.) würde:
  • den Quellcode unzugänglich machen
  • die Weitergabe und Bearbeitung verhindern
  • die Lizenzbedingungen verletzen
Damit ist jede Form von Code‑Verschlüsselung unvereinbar mit der Lizenz.

2. Warum ist Verschlüsselung verboten?
Creative‑Commons‑Lizenzen – insbesondere die NC‑Varianten – basieren auf zwei Grundprinzipien:

A. Transparenzpflicht
Der Quellcode muss für andere Nutzer:
  • lesbar
  • veränderbar
  • überprüfbar
sein.

B. Keine Einschränkung der Nutzungsrechte
Du darfst anderen nicht verbieten, das Werk:
  • zu studieren
  • zu verändern
  • weiterzugeben
Eine Verschlüsselung würde genau das tun.
Damit ist sie lizenzwidrig.

3. Gilt das auch, wenn eigene Modifikationen enthalten sind?
➡️ Ja. Auch dann ist Verschlüsselung verboten.
Selbst wenn du:
  • 10 %
  • 50 %
  • 90 %
eigenen Code geschrieben hast:
Sobald dein Werk technisch vom ET‑Chat‑Original abhängt, ist es ein derivative work.
Und derivative works:
  • müssen die Lizenz übernehmen
  • dürfen nicht verschlüsselt werden
  • dürfen nicht kommerziell genutzt werden
  • dürfen nicht in ihrer Offenheit eingeschränkt werden

Dein eigener Code bleibt zwar urheberrechtlich dir zugeordnet,
aber du darfst ihn nicht in einer Weise schützen, die die Lizenz des Originals verletzt.
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